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zuletzt geändert am 20. November 2017

Sportkegler-Verein Wunstorf

Gründung des Sportkegler-Vereins Wunstorf

Aus der Jubiläumsfestschrift „20 Jahre SKV Wunstorf von 1976 e.V.“ von Friedel Rave (1996) und ergänzt von Wilfried Sasse (2005)

 
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In den Sechziger- und Siebzigerjahren boomte der Kegelbahnneubau, weil es mehr Kegelklubs gab, als Bahnen vorhanden waren. Immer wieder bildeten sich neue Kegelklubs, denn das Geselligkeitskegeln war zu dieser Zeit einfach in. Nach reinen Männer- bzw. Damenklubs drängten sich immer mehr gemischte Kegelklubs auf die Bahnen. Für die neuentstandenen Klubs war es aber außerordentlich schwierig, freie Kegelbahnkapazitäten am Ort vorzufinden. Häufig nahmen diese Klubs Fahrten in Nachbarorte in Kauf, um dort ihren Freizeitsport ausüben zu können. Viele Wirte gingen damals dazu über, auf ihren Bahnen in drei Schichten kegeln zu lassen: so zum Beispiel von 14 bis 17, von 17 bis 20 und von 20 bis 23 Uhr. Da blieb es nicht aus, dass diese Kegelbahnen nicht „kalt“ wurden.
 
Ende der Sechzigerjahre versuchten die Sportkegelvereine, das waren hier im Umkreis der VHK Hannover, der Verein Nienburger Kegler und Auetal Lauenau, diesen Boom für sich zu nutzen. Auf den neuerbauten bzw. generalüberholten Kegelbahnen konnte, wenn die Bahnen von dazu geeigneten Bahnabnehmern des Deutschen Kegelbundes abgenommen und für geeignet empfunden worden waren, das Bundeskegelsportabzeichen errungen werden. Ausrichter waren die Kegelsportvereine. Auch hier wurde ein enormes Ansteigen der Bereitschaft, das BKSA zu erzielen, beobachtet. Immer häufiger trauten sich Wunstorfer Hobbykegler zu, bei diesen Wettbewerben zu starten. Aber erst nach dem Erreichen des BKSA in Bronze konnte das Abzeichen in Silber und dann in Gold in Angriff genommen werden und auch nur dann, wenn man Mitglied in einem Kegelsportverein war. Dieser Umstand war mit ein Grund, dass immer mehr Wunstorfer Mitglied beim KV Auetal Lauenau wurden. Dieser Verein führte fast alle BKSA-Wettbewerbe im Umkreis von Wunstorf, Barsinghausen, Bad Nenndorf und Lauenau durch.
 
Bereits Anfang 1973 übernahmen die ersten Wunstorfer - es waren Erwin Sorembe und Friedel Rave - Vorstandsämter im KV Auetal Lauenau. Es folgten - in der Reihenfolge - Karl Krügener, Willi Eckert und Willi Twele in den darauffolgenden Jahren.
 
1976 entschloss sich die Stadt Wunstorf zusammen mit den Bäderbetrieben im Hallenbad eine Vierbahnen-Kegelbahn zu errichten. Willi Eckert als Mitarbeiter der Stadt Wunstorf erfuhr sehr früh von diesem Vorhaben. Er sah hier die große Chance für die Gründung eines Kegelsportvereins in Wunstorf. Eckert machte Werbung für eine Inte-ressenversammlung im Gasthaus „Deutsches Haus“ in Wunstorf-Kolenfeld. Die Resonanz war mit schätzungsweise 30 bis 40 Teilnehmern unerwartet groß. Die Veranstaltung endete mit dem Beschluss, in Wunstorf einen Sportkegler-Verein zu gründen. Diese Gründungsveranstaltung wurde für den 13. September 1976 in die Gaststätte „Barne-Eck“ einberufen. Hier fanden sich allerdings nur acht Kegelinteressierte ein (Walter Beermann, Willi Eckert, Günter Grundmann, Karl Krügener, Ernst Ramm, Friedel Rave, Willi Twele und Otto Wolter). Diese acht bewiesen jedoch den Mut zur Gründung des Sportkegler-Vereins Wunstorf. Eine Satzung wurde erstellt, die Eintragung ins Vereinsregister beantragt und außerdem die Mitgliedschaft beim Deutschen Keglerbund, Landessportverband Niedersachsen, und später bei der Gründung die Mitgliedschaft beim Sportring Wunstorf beschlossen.
 
Die Mitgliederzahl stieg kometenhaft an: nach zirka neun Wochen zählte der neuge-gründete Verein bereits 200 Mitglieder - Friedmar Giebel war das 200. Nach knapp zwei Jahren stieg die Mitgliederzahl sogar auf 360. Weil der Kegelbahnbau im Hallenbad sich verzögerte, trug man die ersten Wettkämpfe auf den Kegelbahnen im „Bürgerhaus“ in Blumenau und im „Deutschen Haus“ in Wunstorf-Kolenfeld aus.
 
Auf Grund des immensen Interesses am sportlichen Kegeln entschied der Vorstand sich zur Anmietung der im Bau befindlichen Bahn im Hallenbad. Mit der Stadt Wunstorf bzw. den Bäderbetrieben wurde ein entsprechender Pachtvertrag abgeschlossen. Diesen haben beide Seiten immer wieder verlängert, so daß er heute noch Gültigkeit besitzt.
 
Im Laufe der Jahre hat sich aber der Kegelsport aus der Hitliste der Freizeitgestaltung von einem Topplatz ins hintere Mittelfeld verdrängen lassen. Begonnen hat der SKV Wunstorf einmal mit zehn Herren- und vier Damenmannschaften. Heute sind es nur noch drei Herrenmannschaften und eine Damenmannschaft. Doch kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Laufe der letzten fast dreißig Jahre der SKV Wunstorf hervorragende sportliche Erfolge erzielt hat. Ganz besonders muß hier herausgehoben werden, daß die erste Damenmannschaft des SKV Wunstorf seit der Saison 2004/05 in der zweithöchsten Punktspielklasse sich platziert und die erste Saison mit einem Nichtabstiegsplatz abgeschlossen hat. Ebenfalls hat die erste Herrenmannschaft den Meistertitel 2005 in der 2. Bezirksklasse erkämpft und spielt nun eine Klasse höher in der 1. Bezirksklasse.
 
In der Jubiläumszeitschrift vom 27. April 1996 wird die große Anzahl Wunstorfer Titelträger aus den Jahren bis 1996 dokumentiert: 1990 wurde Stefan Schmidt Deutscher Jugendmeister in der männlichen Jugend B. Zuvor hatte er 1998 den 3. Platz belegt und Kai Backhaus wurde sogar deutscher Vizemeister. 1992 stellte der SKV mit Nicole Drewes, Sonja Hoffmann, Swantje Sorembe, Maren Hoffmann und Nicole Wallenhauer die Bronzemannschaft in der weiblichen Jugend B. Weitere gute Platzierungen bei Deutschen Meisterschaften waren eine großartige SKV-Ausbeute.
 
Bei den Niedersächsischen Landesmeisterschaften starteten SKV-Mitglieder ebenfalls sehr erfolgreich. 1990 Landesmeister männl. Jugend B Stefan Schmidt; 1992 Landesmeister Mannschaft der weibl. Jugend B; 1993 Landesmeisterin Sonja Hoffmann weibl. Jugend B; Vizemeister 1989 Stefan Schmidt, Bronzeplatzierungen 1988 Kai Backhaus; Sonja Hoffmann 1992.
 
In den Siegerlisten der Bezirks- bzw. Kreismeisterschaften stehen immer wieder Wunstorfer Sportkegler auf den Siegerplätzen. Schon 1978, zwei Jahre nach der Gründung, stehen mit Klara Sorembe bei den Damen, Willi Eckert bei den versehrten Keglern und die Damenmannschaft mit Klara Sorembe, Elfriede Schütz, Erna Meese, Friedchen Hoffmeister und Hilde Siepen auf dem Siegertreppchen.